1. Formate & Auflösung: Warum Vektoren gewinnen
Ein QR-Code ist eine rein mathematische Struktur. Im Druck entscheidet jedoch die physikalische Umsetzung über "Scan oder Fehler". Viele Nutzer greifen intuitiv zum PNG-Format, was bei kleinen Web-Grafiken funktioniert, im Druck jedoch oft scheitert.
| Merkmal | PNG (Raster) | SVG (Vektor) |
|---|---|---|
| Skalierbarkeit | Verpixelt beim Vergrößern | Immer messerscharf |
| Druckqualität | Risiko von "Antialiasing" | Präzise Pfade für Belichter |
Die DPI-Falle und Skalierungseffekte
Werden Rastergrafiken wie PNGs im Layout-Programm vergrößert, sinkt die Pixeldichte. Selbst bei 300 DPI entstehen oft graue Pixel an den Kanten (Antialiasing). Ein Smartphone-Scanner interpretiert diese Unschärfe als Rauschen und bricht den Scan ab. Ein SVG-Vektor hingegen kennt keine Auflösungsgrenzen – die Kanten bleiben bei jeder Größe zu 100% präzise.
2. Farbe & Daten-Sicherheit: CMYK & Fehlerkorrektur
Hinter der Optik eines QR-Codes stecken komplexe Algorithmen und Farbräume. Wer hier spart, riskiert, dass der Code auf Papier völlig anders wirkt als am Bildschirm.
Passerungenauigkeiten im CMYK-Druck
Monitore nutzen RGB, Druckmaschinen CMYK. Wenn ein QR-Code in "vierfarbigem Schwarz" gedruckt wird, kann es zu Passerungenauigkeiten kommen: Die Farben C, M und Y blitzen an den Rändern hervor. Die Lösung: Nutzen Sie SVGs, um den Code auf 100% K (Prozess-Schwarz) zu setzen. So druckt nur eine einzige Druckplatte, was die Schärfe verdoppelt.
3. Dimension & Platzierung: Die 1:10-Regel
Wie groß muss der Code sein? Schätzen führt hier oft zu teurem Ausschuss. Nutzen Sie stattdessen die bewährte Mathematik des Scannens.
$Größe = \frac{Distanz}{10}$
Scan aus 2m Entfernung = 20cm Kantenlänge.
Die Ruhezone (Quiet Zone)
Ein QR-Code benötigt "Atemraum". Dieser weiße Rand (mindestens 4 Module breit) signalisiert der Kamera, wo die Daten beginnen. Ohne diesen Puffer verschmilzt der Code mit dem Hintergrunddesign und wird unlesbar – egal wie scharf er gedruckt ist.
4. Material & Praxistest: Dot Gain & Checkliste
Papier ist geduldig, aber nicht jedes Papier ist gleich. Das Saugverhalten (Punktzuwachs) kann feine QR-Strukturen zerstören.
Punktzuwachs (Dot Gain) auf Naturpapier
Auf saugendem Zeitungspapier oder Naturkarton "verläuft" die Tinte minimal. Die schwarzen Quadrate werden größer, die weißen Lücken kleiner. Profi-Tipp: Drucken Sie auf solchen Materialien den Code im Zweifel 20% größer und vermeiden Sie extrem dichte Datenmuster.
Checkliste für den perfekten Druck
- Format ist SVG (Vektorschärfe garantiert).
- Farbe auf 100% K (Schwarz) im CMYK-Modus definiert.
- 1:10-Regel für die Größe angewendet.
- Ruhezone (Quiet Zone) rundherum eingehalten.
- Test-Scan auf Original-Material mit einem älteren Handy durchgeführt.